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Freitag, 20. Februar 2009

Der »Gore-Effekt«

Was ich an Herrn Martenstein so mag, ist die Eleganz, mit der er von ganz alltäglichen Dingen–seinem Sohn, der seine Zettel mit Botschaften einfach ignoriert–über eine Erweiterung: »Die Theorie lautet, dass man sich immer über die eigenen Fehler besonders stark aufregt, sobald man sie bei anderen beobachtet.« schließlich beim »Gore-Effekt« landet, »welcher eine starke, plötzliche, lokal begrenzte Abkühlung des Klimas bewirkt, sobald der Erwärmungsprophet Al Gore in der Nähe ist«. Das ist keineswegs eine Hütchen-auf-Stöckchen-Vorgehensweise, sondern die hohe Kunst, gelungene Glossen zu schreiben. Sehr erbaulich, das.

Samstag, 25. Oktober 2008

Lauter Irre!


Diese Woche hadert Martenstein unter der Überschrift Lauter Irre! mit den Entscheidungen des Nobelpreis-Komitees, dabei fällt kein brauchbares Zitat, er hat einfach recht. 
Meine zweitliebste Kolumne in der ZEIT ist Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. Es ist herzerfrischend, wie unverblümt Politiker auf dem Altenteil, die keine falsche Rücksicht mehr nehmen müssen, ihre Meinung kundtun:
Ich teile die Menschheit in drei Kategorien ein: Zu ersten Kategorie gehören wir normale Menschen, die irgendwann in ihrer Jugend mal Äpfel geklaut oder im Supermarkt einen Schokoriegel in die Tasche gesteckt, sonst aber nicht viel ausgefressen haben. Die zweite Art von Menschen hat eine kleine kriminelle Ader. Und die dritte besteht aus Investmentbankern, bisher weitgehend legale Übeltäter.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Der Besserverdienenden-Feminismus




»Emanzipation bedeutet, glaube ich, dass man, solange es nicht um Sexualität geht, in erster Linie nicht mehr als Frau oder als Mann wahrgenommen wird, sondern wegen anderer Eigenschaften. Das kann im Einzelfall auch bedeuten, dass man als ein kolossales Arschloch wahrgenommen wird.« Hat er das nicht wieder schön formuliert? Hier der ganze Text.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Mir geht es gut. Ende.


Was nehme ich aus dem heutigen Martenstein mit? »Das Ausrufungszeichen, das hängt ja am Satz wie ein Fuchsschwanz an der Autoantenne, das ist macho, retro und geht nur noch ironisch.« Und einen schönen Schlusssatz hat er sich da einfallen lassen, geht es doch auch um Schlusssätze...
Die heutige ZEIT kommt übrigens mit einer 102seitigen Literaturbeilage.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Deutsche, kauft Hunde!




Martenstein bringt's mal wieder auf den Punkt! Es geht um die Empfehlungen der Banker in der Vergangenheit, Aktien zu kaufen. Highlights:
»Wenn ein Banker zum Kauf von Aktien rät, dann ist das so, als ob ein Schweinezüchter zum Verzehr von Schweinefleisch rät.«
»Wenn das Geld sich halbiert, ist das für mich viel schlimmer, als es schön wäre, wenn das Geld sich verdoppeln würde.«
»Ich weiß ... als Normalmensch leider nie genau im Voraus, wann mein Auto kaputt ist oder wann ich neue Zähne brauche. Dann ist vielleicht zufällig mal wieder Weltwirtschaftskrise, und ich habe keine Zähne.«

Freitag, 26. September 2008

Martenstein

Mein Lieblingskolumnist in der ZEIT – Martenstein – ist heute ein wenig nachdenklicher als sonst. Kein Wunder, geht es doch um das Thema »Sex im Alter«. Aber es finden sich wieder Perlen wie: »Dieses Prekäre der modernen Beziehungen, verstehst du. Nichts ist selbstverständlich, dauernd kann es kippen. Ist das schön? Ist das Emanzipation? Ich finde, das ist Stress.« oder »Es ist ein Recht, kein Zwang. Ha!, rief er. Mit der Mobilität hat es genauso angefangen. Zuerst geben sie uns das Recht auf Freizügigkeit. Und dann heißt es, wer für einen mittelprächtigen Job nicht 500 Kilometer weit wegziehen will, ist, ach, ich weiß nicht, was. Ein Sozialschmarotzer. Ein Phlegmatiker. Freiheit und Zwang stehen nicht wirklich im Widerspruch zueinander.«